So gut wie nie sind die Chancen auf einen Ausbildungsplatz. Nicht die Schulabgänger sondern die Unternehmen konkurrieren untereinander um die besten Leute. Kleine und mittelständische Unternehmen haben dabei oft das Nachsehen.

Handwerksbetriebe schreiben oft schon Lehrstellen ein Jahr im Voraus aus und erhalten trotzdem entweder nicht genug Anfragen oder die Bewerber entscheiden sich für ein anderes Unternehmen. Es gibt sogar Fälle, wo Unternehmen drei Ausbildungsstellen ausschreiben allerdings nur eine besetzen können. Auch Unternehmen, die in einem zukunftsträchtigen Bereich tätig sind, haben diese Probleme. Das kann dann sehr frustrierend für die Geschäftsführung sein. Wenn Lehrstellen nicht besetzt werden können, haben Handwerkskammern und Arbeitsagenturen Angst vor Fachkräftemangel. Verstärkt wird dieses Problem dann noch, wenn viele ältere Fachkräfte aus den geburtenstarken Jahrgängen in den Rente gehen und die Schulabgängerzahlen weiter sinken.

Der Konkurrenzkampf unter den klein- und mittelständigen Unternehmen wird dadurch noch verstärkt, weil Schulabgänger lieber zu großen Unternehmen gehen, weil die Chancen auf eine Karriere dort als besser erachtet werden. Ein Problem für klein- und mittelständige Unternehmen ist, dass sie oft über kein Employer Branding verfügen, um sich besser von Großunternehmen hervorzuheben. Handwerksunternehmen mit deutlich unter 30 Mitarbeitern leiden dadurch sehr. In den kommenden Jahren wird dieser Konkurrenzkampf noch steigen. Der Bedarf an Fachkräften wird weiter ansteigen und die Anzahl der potenziellen Bewerber auf diese Stellen wird in Zukunft weiter abnehmen.

Im Großen und Ganzen sieht die aktuelle Situation in NRW noch recht gut aus. Es gibt allerdings keine genauen Zahlen in Bezug auf offene Ausbildungsstellen und Bewerbern ohne Ausbildungsplatz. Bestimmte Branchen haben allerdings deutlich sichtbare Schwierigkeiten Ausbildungsplätze zu vergeben. Dazu gehören unter anderem die Branche der Elektrotechnik, Metallbau und Informationstechnik.