Bei der Entwicklung eines Employer Branding können mittelständige Unternehmen verschiedene Bindungsmaßnahmen einführen. Diese sollten firmenintern einen motivierenden Anreiz auf die bestehenden Fachkräfte, Führungskräfte und Arbeitnehmer darstellen. Firmenextern im Bereich des Personalmarketings aber auch auf die vom Mittelstand dringend gesuchten Fachkräfte einen wesentlichen Anreiz ausstrahlen, um sich vom Mittbewerber im Wettbewerb um Talents positiv abzugrenzen.

Bei der Vielzahl von möglichen Bindungsmaßnahmen stehen Personalabteilungen vor der Abwägung, welche Maßnahmen ausgewählt werden können. Untersuchungen von mittelständischen Unternehmen zeigen, dass ein besonders bindungswirksames Benefit die betriebliche Krankenversicherung darstellt.

Kosten – Bindungsverhältnis

Warum ist das so? Benefitmaßnahmen und generelle Bindungsmaßnahmen können allgemein durch ein sogenanntes Kosten – Bindungsverhältnis bewertet werden. Bei der Mehrzahl von möglichen Bindungsmaßnahmen müssen Kosten eingeplant werden, meist durch finanzielle, aber auch durch zeitliche und organisatorische Aufwendungen. Im Umkehrschluss kann gemessen werden, welche Bindungswirksamkeit sich dadurch mittel- und langfristig ergibt.

So ergibt sich bei einer einfachen Gehaltserhöhung zum Beispiel nur eine sehr schwach ausgeprägte, längerfristige Bindungswirkung. Bei einem Dienstwagen ist der Kosteneinsatz im Vergleich zu anderen Maßnahmen sehr intensiv, es ergibt sich aber nur eine mittlere Bindungswirksamkeit. Umso interessanter ist es, dass die Aufwendungen für eine betriebliche Krankenversicherung im Vergleich überschaubar und eher niedrig sind, die Bindungswirksamkeit mittel- und langfristig aber eine bedeutsame Rolle spielt.

Vorteile für Unternehmen

Im Zuge der demografischen Entwicklung steigt das Durchschnittsalter der Belegschaft zunehmend an. Offene Stellen können nur noch schwer und oft nur mit erheblichem Aufwand besetzt werden. Wird eine Fachkraft längerfristig krank, bedarf es einer großen Anstrengung, diese zeitweise offene Stelle zu kompensieren.

Hier spielt die betriebliche Krankenzusatzversicherung ihre Stärken aus. Durch eine verbesserte Behandlung im ambulanten sowie im stationären Bereich können Fehlzeiten hier deutlich minimiert werden. Zum Beispiel dadurch, dass Wartezeiten deutlich verkürzt und Doppeluntersuchungen vermieden werden können.

Arbeitspsychologen und Arbeitsmediziner untersuchen, wie sich Präsentismus und Absentismus auf den Fachkräftemangel auswirken können, und welche ökonomischen und gesundheitlichen Folgen entstehen. Während beim Präsentismus die Fachkraft trotz Krankheit mit hohem Pflichtbewusstsein am Arbeitsplatz ist, damit aber nur durchschnittliche Leistung erbringt und letztendlich dauerhaft ausfallen kann, ist beim Absentismus das „Krankfeiern“ gemeint.

Die betriebliche Krankenversicherung wirkt hier vorbeugend und präventiv, sodass eine zeitnahe und intensive Behandlung durch die richtigen Spezialisten den dauerhaften Ausfall mit einer Erwerbs- oder Berufsunfähigkeit verhindern kann. Fehlzeiten können sinnvoll verkürzt werden, sodass eine erneute Krankschreibung durch das Verschleppen einer abschließenden Ausheilung verhindert wird.

Hoher Stellenwert bei Arbeitnehmern und Fachkräften

Darüber hinaus wird die Betriebliche Krankenzusatzversicherung auch von der Arbeitnehmerseite geschätzt und kann in Untersuchungen einen hohen Stellenwert der Attraktivität erreichen. Dieser Effekt entsteht unter anderem dadurch, dass gesundheitliche Einschränkungen und Vorerkrankungen keine Rolle bei der Absicherung spielen. So bekommt auch der Allergiker, der Diabetiker, der Asthmatiker, die Fachkraft mit chronischen Rückenbeschwerden oder Bluthochdruck, adäquaten Versicherungsschutz, da keine Gesundheitsfragen gestellt werden. Diese Vorteile bekommen Arbeitnehmer in ihrer eigenen privaten Vorsorge am Markt nicht angeboten – also ein deutlicher Mehrwert vom Unternehmen an die Angestellten.